mitglieder:
Nervtöter Stimme
Hartock 4er
Brockmann Trommel
Kopfgeldjaeger 6er
Grizzly 154er
biographie:
Das
Alphabet
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Komische Oper in vier Akten -
Text
von den Komponisten
Uraufführung:
Warendorf 1993 -Eine kleine Kreisstadt im östlichem Münsterland,
Anfang der Neunziger Jahre
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Handlung -
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1. Akt -
Auf
einer Zehn-Mark-Frei-Saufen-Party treffen sich die beiden bis dato
noch unbekannten Künstler Nervtöter und Grizzly.
Der
verkannte Gossenpoet und der Tastenvirtuose beschließen einen
teuflischen Pakt. Zusammen mit ihren nicht minder begabten Kollegen
Brockmann und Kopfgeldjäger wollen sie aus kommerziellen Gründen
eine Rockband gründen. Ein Bandname soll später gefunden
werden.
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2. Akt -
Schon
bei der ersten Probe wurde der Grundstein einer beispiellosen
Karriere gelegt. So entstanden schon in dieser frühen
Schaffensperiode zeitlose Hits wie Bütterken und Notdurft. Die
vier selbsternannten Helden feierten sich zügellos. So geschah
es, dass sich die erfolgversprechende Band nach einer dieser
ausgiebigen Parties zurücklehnte und den Klängen einer
autorisierten Schallplatte der Sesamstraße zuhörte. Als
auf dieser Platte der Satz „Ernie, das ist DAS ALPHABET“
zu hören war, stand der Bandname fest.
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3. Akt -
Als
der Schlagzeuger und Tischlerlehrling Brockmann in der Probezeit
keine sechs Wochen bezahlten Urlaub bekommt, ist er stinksauer und
schmeißt sowohl Schlagstöcke, als auch Simshobel in die
Ecke und beschließt trotzdem für geraume Zeit nach Italien
zu fahren. Ein neuer Schlagzeuger musste in dieser Zeit einspringen.
Bei
der letzten gemeinsamen Probe des Quartetts war immer noch kein
Ersatz gefunden. Ein Schlagzeuger, der heute scherzhaft Pete Best des
Münsterlandes genannt wird, fand den Weg zum Proberaum nicht und
so sah sich die Band schon gezwungen eine ungewollte Pause
einzulegen.
Wie
aus dem Nichts kam jedoch die Rettung. Völlig unerwartet saß
Hartock hinter dem Schlagzeug und spielte, zwar nicht besonders gut,
aber er spielte. Brockmann stand auf wie von der Tarantel gestochen
(oder vielleicht sogar von einem Salamander) und schrie: „Das
ist er“. Die endgültige Besetzung der Erfolgsband stand
nun fest, denn Hartock, der eigentlich Bassist ist, übernimmt
nach der Rückkehr Brockmanns diese bislang unbesetzte Position.
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4. Akt -
In
dieser Besetzung feiern sie ihre größten Erfolge. Publikum
und Kritiker sind gleichermaßen vom Demo "Sackgasse"
vor allem aber von den famosen Auftritten beeindruckt. Die Presse
beschreibt ihren Stil als unbeschreibliche und megamerkwürdige
Elektronische-Computermusik und Politrock für geistreiche
Poetenohren. Nach ihrem zweiten fulminanten Demo "Metallschleifer"
und einigen legendären Auftritten zog sich die Band zurück
und machte eine schöpferische Pause. Einige Mitglieder
konzentrierten sich in dieser Zeit auf andere Bereiche des Lebens und
wiederum andere fühlten sich zu musikalischen Eskapaden
hingezogen. Im Sommer 1999 war es dann endlich soweit. Die fünf
Helden der Sturm- und Drangphase der frühen 90er Jahre feierten
mit der CD "Gesetzbuch" auf dem Festival "Krach am
Bach" ein großes Comeback, von welchem man noch lange
erzählen wird. Wenig später überzeugen sie erneut mit
der bahnbrechenden CD "Nicht Meckern, Motzen", die die
zahlreichen Fans begeistert aufnehmen.
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Anmerkung -
Es
ist nicht falsch DAS ALPHABET als eine anstößige
Band zu betrachten. Nicht etwa, weil ihre Helden gegen jede Sitte und
Moral verstoßen und die Musik selbst in ihrer Vermischung aus
Rammstein und Sesamstraße mit allen gängigen Regeln
bricht. Anstößig ist diese Band, weil sie in keine
Schublade passen will, weil es in ihr stimmt, was eigentlich nicht
stimmen darf. Die Helden sind sympathische Schurken, während
ihre Gegenspieler, die für das Gute stehen, so selbstgerecht
erscheinen, dass ihr Triumph am Ende reichlich schal ausfällt.
Aber
ob sie im Recht oder Unrecht sind, in der modernen Unterhaltungsmusik
lügen sie alle. Nur DAS ALPHABET nicht. Sie scheren sich
in ihrer Musik nicht um Gut und Böse und um keine
Gattungskonventionen. Das ist es wohl, was DAS ALPHABET zur
wahren Rockband macht.
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